Woran hat es gelegen?

Keine Interview Antwort würde zu dieser 0:1 Niederlage besser passen, als die legendäre Antwort von Olaf Thon? „Woran hat es gelegen? Das ist natürlich die Frage und ich sag einfach mal: Das fragt man sich nachher natürlich immer!“

Damit wäre auch schon fast alles zu diesem Seinsheimer Kirchweihspiel gesagt. Mit Biebelried hatten wir den haushohen Meisterschafts-Favoriten zu Gast. FunFact: Die Biebelrieder Kicker konnten weniger Einheimische aufbieten, als unsere Truppe.
In der ersten Halbzeit sah es tatsächlich nach Fußball aus. Immerhin hatten wir bis auf Tobi Zehnder zum ersten Mal in der Runde fast die komplette Kapelle im Gepäck. Die Schaltzentrale in der Mitte wurde mit viel Courage zugelaufen. Als Tom Volkamer einen Freistoß aus 20 Metern an der Mauer vorbei schlenzte, hatten schon einige Zuschauer den Torjubel auf der Lippe. Doch der Keeper kratzte den Ball tatsächlich noch zur Ecke raus. Als doch wieder nur Bratwurst und Bier auf dem Gaumen, statt den langersehnten Torjubel. Doch je näher die Halbzeit rückte, desto wilder wurde die Partie. Auch wenn wir sonst immer eine Lanze für die Helden der A-Klasse (Unsere Schiris) brechen, glitt unserem Unparteiischen das Spiel zusehends aus den Fingern. Spätestens als der Gästestürmer unbestraft lauthals mit so vielen üblen Beleidigungen um sich warf, dass jeder Sonderschüler aus Marzahn die Spucke weg blieb, war es mit der Ruhe geschehen. Schade, denn fußballerische Qualitäten konnte man durchaus bestaunen. Erst kurz vor der Halbzeit konnten die Gäste etwas die Schlagzahl erhöhen. Doch das 0:0 zur Halbzeit war so gerecht als hätte Justitia höchst persönlich für diesen Stand gesorgt. Nach dem Pausentee: Mit unseren Auswechslungen und einer Kader-Umstellung der Gäste hatten die Biebelrieder nun minimal mehr vom Spiel. Spätestens als unser Abwehrturm Johannes Gegner einen Ball von der Linie kratzte, stellte sich jeder schon auf eine gerechte Punkteteilung ein. Denn auch Fabi Seemann auf der anderen Seite erwischte mit seiner Flanke, bzw. seinem Torabschluss nur das Außennetz. Doch haste Scheiße am Schuh, haste Scheiße am Schuh. Aufopferungsvoll wurde im Mittelfeld um jeden Ball gekämpft. Ausgerechnet bei einer sauberen Grätsche wurde der Gegenspieler vom Ball getrennt – das Leder aber unabsichtlich so exakt in den Fuß des Stürmers gespielt, dass selbst ein Xabi Alonso davon nachts träumen würde. Querpass, Tor. Eventuell auch durch die äußerst bittere Niederlage gegen Effeldorf hingen nun die Köpfe so tief, dass man Angst haben musste am Erdkern zu verglühen. Eine 0:1 Niederlage trotz tollem Kampf!

Trotzdem müssen wir nun das Positive herausziehen. Damit wir uns beim nächsten Mal nicht mehr fragen müssen: „Woran hat es gelegen?“

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