Weißweinwalter, Schorleschöller und Hohenbühlholeton

Der erste Weinfestsonntag des Jahres und das Spiel in Mainsondheim bot den Zuschauern alles: Sonne, Regen, Hagel, Tore, Eigentore, Abheber, Tiefflieger, fehlende Prozente, überschüssige Promille und eine Auswärtsniederlage beim Sportclub Mainsondheim.
 
Von Beginn an drückten die Gastgeber vom Main den Aufsteiger tief in die eigene Hälfte. Für die SGay lief in den ersten 45 Minuten wenig zusammen. Dass man dann sogar mit einer Führung in die Verköstigungspause gehen durfte, war dem SCM zu verdanken. Einen Eckball von Fabian Rabenstein bugsierte Sebastian Hehn ins eigene Tor. Dessen Bauch schien für den Balls eine ähnlich große Anziehungskraft zu besitzen wie ein Spanferkel für den Hardcore-Anti-Veganer.
 
Anscheinend hatte die vitalisierende Flüssigkeit in der Halbzeit ein paar Umdrehungen zu viel für die geschundenen Körper und Seelen der Spielgemeinschaft. Ohne sonderlich zu glänzen drehten die Schwarz-Gelben innerhalb von fünf Minuten den Rückstand in eine Führung. Nach einem hohen Ball bediente SG-Akteur Lion Paxton den SCM-Angreifer Nicolas Vollhals. Der musste nur kurz schauen, legte zu Christoph Lung und dessen Schuss aus spitzem Winkel rutschte durch die durchnässten Topflappen von Markus Körner. Und während an der Seitenlinie noch darüber philosophiert wurde, dass ein Punktgewinn an der Mainfähre auch nicht so verkehrt sei, rappelte es schon wieder im Karton. Nach einem sehr, sehr hoch getretenen Freistoß war Sebastian Hehn im Fünfmeterraum frei wie Thorsten Legat vor einem Mikrofon und nickte die Ledermurmel durch Körners Hosenträger. Die restlichen vierzig Zeigerumdrehungen gab zwar die SG den Ton an, zwingend wurde es aber nur ein einziges Mal, als Andreas Walter mit einem Kopfball an gefühlt allen auf der Linie stehenden Mainsondheimer scheiterte.
 
Mann des Spiels: Sebastian Hehn. Machte sein Eigentor mit dem Siegtreffer wieder gut, zog ball- und passsicher die Fäden im Mittelfeld und verlor so gut wie keinen Zweikampf. Der Mann wirkte als könnte er seine Elf im Alleingang zum Champions-League-Sieg schmankerln.
 
Auf einer Skala von 1 bis 4, wobei eine 2 das Beste ist, war diese Leistung eine 7. Da braucht man sich dann auch nicht wundern, dass die Elf aus den Weindörfern für originale Nichtskönnner gehalten wird und deshalb auch nicht in der EU ist. Schoppenschöller hatte so viel Gehalt wie ein Schorleschöller, Weißweinwalter konnte sein Aroma nicht verbreiten und Hohenbühlholeton war nicht ausreichend geschmacksintensiv.
 
Dieser Spielbericht wurde aus Kostengründen ohne Regenbogenfilter angefertigt. Unserer Umwelt zu Liebe!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.