Exzesse nach der Sternstunde

Gay-Lords sind Meister

(Bilder werden folgen….)

Durch einen souveränen und nie gefährdeten 5:0-Auswärtssieg bei der zweiten Mannschaft des Ochsenfurter FV hat sich die SG Seinsheim/Nenzenheim vorzeitig zum verdienten Meister der A-Klasse 3 Würzburg gekürt.

Die Meisterschaft wurde schnell ad acta gelegt, da Wolf und Co. froh waren, nicht am Weinfestmontag – nach zuvor drei Tagen Heimatweinfest – zum entscheidenden letzten Spiel mit halbseitiger Gesichtslähmung und Massenkarambolage im Magen antreten zu müssen.

Zum Spiel: Die nach der Meisterschaft nun als Gay-Lords bekannten Blauroten wollten vom Anpfiff weg keine Zweifel an ihrer vorzeitigen Feierwut aufkommen lassen. Bereits nach vier Minuten klingelte es im Gehäuse der Heimelf.

Oldie but Goldie Andreas Braun schaufelte im Spätherbst seiner Karriere mit letzter Kraft eine Freistoßflanke in die Box, die Andi Walter mit einem selbstkreierten Kreiselkopftorpedo in die Maschen vertikutierte. Es war der Auftakt zu den Andi-Walter-halsaufwärts-Gedächtnisspielen!

Flinke Finger am Sechzehnereck

Keine 180 Sekunden später katapultierten sich allerdings zwei andere Gay-Master ins Rampenlicht.

Nach feiner und waschbärflinker Einzelleistung pfefferte Florian „World of Barsaft“ Sieber die Kugel millimetergenau zu Fabian Rabenstein, der fünf Meter vor der Kiste nur noch abdrücken musste – 2:0, nach sechs Spielminuten wurden die Getränkekühlwagen vom Aufstiegs-OK bereits über die Tartanbahn in den Gästeblock gerollt. Die zahlreich mitgereisten SG-Hools klimperten bereits mit den Augen und richteten fortan selbige nicht mehr aufs Spielfeld.

Mitte der ersten Halbzeit machte wiederum Andi Walter endgültig den Sack zu. Die Ochsenfurter erkannten vor der Partie mittels ihrem Analysetool messerscharf die Stärke der SG: hohe Bälle auf Rübezahl Walter.

Ob der unbezähmbaren Überlegenheit versammelten sich die drei Walter zugeteilten Spieler lieber zu einer Runde Ligretto am Sechzehnereck. Nach einer Hereingabe stand Walter somit glockenfrei und nickte, übertrieben unsportlich, ohne hinzusehen ein.

Wolf > Gaye

Nur kurz brandete Applaus von den Rängen auf, allerdings nur, weil der Schlüssel für den Kühlwagen endlich auftauchte. In seiner zweitletzten Pausenansprache – oh, oh, jetzt fängt der nostalgische Kram langsam bei mir an – wollte der designierte Meistercoach Markus Wolf die Seinen nochmals wachrütteln. Zur Überraschung aller hatte er hierzu einen kompletten Song einstudiert, der zum Motto passte wie Arsch auf Eimer: „Sexual Healing“ von Marvin Gaye.

Tief berührt von der intonierten Liebeserklärung des Trainers an seine Jünger machte besonders Andi Keßler in der zweiten Hälfte von sich Reden. Nach knapp sechzig Minuten setzte sich Fabian Rabenstein, beflügelt von seinen frischen Hundepapafreuden, auf Außen durch und legte in den Rückraum ab.

Andi K. nahm die Kugel an, schaute kurz, sah keine freie Ecke und zielte kurzerhand auf den Freiraum zwischen den Stelzen des Keepers. Der Handschuhträger reagierte jedoch nicht, da er sich darauf eingestellt hatte, dass Keßler zunächst die Rübe von Andi Walter anvisieren würde.

Tränenmeer

Nach zahlreichen Chancen – es waren ausschließlich Schädelflinten von Andi Walter – war es erneut Candy Eßler, der den Kantersieg beim Tabellenletzten besiegelte. Nach exorbitant guter Vorarbeit von Schoppenschöller – zunächst narrte er diverse Gegenspieler, bevor der Malle-Veteran sich selbst einen fiesen Doppelknoten in die Füße dribbelte – schob der Führende der Torjägerliste zum hochverdienten 5:0 ein.

An Jubelarien von außerhalb war nicht mehr zu denken, da einige Fans bereits den Kühlwagen gestürmt hatten und mit ersten Erfrierungen ins örtliche Kreiskrankenhaus mussten.

Der Abpfiff wurde herbeigesehnt und als der Unparteiische sich zum endgültigen Ton durchrang, brachen alle Dämme. Tränenüberströmt lagen sich die Gay-Lords in den Armen und intonierten erneut den zutiefst bewegenden Pausensong ihres Coaches. Mit einer Ehrenrunde im Stadion verabschiedete sich das Wolfsrudel.

Per Autokonvoi wurden die sentimentalen Heulbojen nach Seinsheim gekarrt. Dort wartete ein Schlepper mit Hänger auf die mittlerweile auf Feierlaune hochgepäppelten Giga-Gays. An dieser Stelle: Herzlichen Dank an alle Mäzene, Gönner, Organisatoren, Mitwirkende, die UNO, Saruman, He-Man und seine Battlecat! Auch wenn die Fahrt kurz war und von Seinsheim nach Nenzenheim führte, war sie für alle Beteiligten wohl das Highlight der Saison.

Mathieu und das Megafon

Im Zielort angekommen wurde das Team von einigen Fans erwartet und frenetisch gefeiert. Shylock-Frontmann Matthias Schenk stimmte die eigens komponierte SG-Hymne an und der Meisterrasen wurde an der Mittellinie eingepflanzt. Erpel Paul hat ein neues Zuhause gefunden und Nenzenheim einen neuen Kindergärtner.

Rechtverteidiger Matthias Volkamer hat gemerkt, dass sich seine Stimme per Megafon noch tiefer anhört und bestellt jetzt sogar damit Chicken Wings bei Ronald McDonald. Den wärmsten Hintern von allen Gay-Lords hatte sicherlich der Schoppenschöller – Interpretationen überlasse ich der Fantasie des Einzelnen.

Die Protagonisten:
Körner – Volkamer, Paxton, Bauer, Hertel – Braun, Schöller – Sieber, Walter, Keßler, Rabenstein

Bank:
Holeton, Dorsch, Lang, Blomeyer, Hörlin, Müller

Die Protagonisten auf dem Hänger: Raketen-Giggel

Tore:
0:1 Nicht-Braun; 0:2 Nicht-Braun; 0:3 Nicht-Braun; 0:4 Nicht-Braun; 0:5 Nicht-Braun;

Besondere Vorkommnisse:
Braun schießt keinen, ich wiederhole: keinen, Elfmeter einem flüchtenden Torhüter an die Pranke

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