Sete a um

Sete a um! Eine entfesselt aufspielende deutsche Mannschaft besiegte in einem der denkwürdigsten WM-Halbfinalspiele aller Zeiten die Gastgeber aus Brasilien mit 7:1. „Mineiraco“, „Schande von Belo Horizonte“, titelten die brasilinischen Zeitungen damals. Das Ergebnis hat die Nation gebrandmarkt.

Exakt fünf Jahre und dreizehn Tage später fegt wieder eine deutsche Mannschaft über ihren Gegner hinweg. Schlachtet ihn ab wie ein Jäger den erlegten Hirschen. Zugegebenermaßen hat der Gegner mit der brasilianischen Nationalelf wenig zu tun. Auch wenn der weiß-blaue Dress ein wenig an die Auswärtstrikots der Selecao erinnern lässt. Ohne die fünf Sterne über dem Wappen.

Wir selbst haben ja auch keine Ähnlichkeit mit der Nationalelf. Haben keinen sonnengebräunten Teint, keinen Privatfriseur, keine perfekten Zähne, nicht mal die Vornamen sind ähnlich und Million scheffeln wir auch keinesfalls. Fußballerisch trennen uns Welten. Eines bleibt gleich: Wir hatten nie die Absicht den Gegner zu vernichten. Kein geplantes sete a um.

Und doch musste die Fusionself des TSV 1947 Geiselwind e.V. II / SV Oberscheinfeld mit 1:7 vom eigenen Platz gehen. In einem Spiel, das wie das epische Spektakel vor fünf Jahren, vom Spielverlauf her auf ein anderes Ergebnis hätte tippen lassen.

Ab dieser Spielzeit können in den B-Klassen die Spiele bei Personalmangel mit reduzierter Spielerzahl ausgetragen werden. Jeweils 9 Akteure stehen sich dann auf dem Feld gegenüber. Diese Idee wurde aus dem Jugendfußball importiert, wo sie ein „Ende des Kick and Rush“ sowie „endlich Ballkontakte für alle“ prophezeit hat.

Umgesetzt hat dies zunächst deutlich besser die Truppe aus dem Weinparadies. Einer starken Anfangsphase folgte zwar ein kleiner Durchhänger, aber es ging völlig verdient mit einer 3:0-Halbzeitführung in die Schattenlagerung. Hinten brannte höchstens ein auf der Latte aufgeschlagenes Spiegelei an.

Nach der Pause entwickelte sich ein munteres Hin und Her, vor allem weil die Joker vom Krackenberg mächtig aufwirbelten. Beide Teams hatten so viele Möglichkeiten, dass das Spiel auch 8:8 hätte enden können. Irgendein Imperium schlug immer zurück. Man wähnte sich im Kino und das Spiel schien nie zu enden. Aufgrund der besseren Reserven im körpereigenen Lufttank und kaltschnäuziger Chancenverwertung schraubte man das Ergebnis erst gegen Ende in die Höhe.

Tore: Patrick Teufel (2), Simon Müller, David Dotzer, Sascha Gerhardt, Felix Auer, Jörg Schneider

Ein Spiel, das man von unseren Reserven länger nicht mehr zu Gesicht bekam. Weil entweder gar keine Mannschaft auf dem Platz stand oder dann sich eine zusammengefundenen hatte, die fußballerisch nicht unbedingt den UI-Cup gewinnen würde – um es mal so zu formulieren. Dennoch spielte man die vollen neunzig Minuten mit so viel Routine und Grandezza herunter, dass man diesen Kick gerne geklont hätte um ihn schlechtere Momente aus der Schublade holen zu können. #IamDottibutcallmeDolly

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