MSN demnächst als Reality Soap auf RTL2

Im Weinhalla des Maustal-Stadions musste sich die MSN gestern Abend mit 1:2 geschlagen geben. Grund für die Niederlage war ein Foul, so asozial, dass RTL2 direkt eine Reality Soap darüber in Auftrag gegeben hat.
 
Neunundvierzigste Spielminute, langer Ball von der linken Seite in den Strafraum. Patrick Hertel gibt seinem Gegenspieler bei der Ballannahme einen kleinen Schubser mit. Was für Mark van Bommel ein jaaaanz noormaaaler Körperkontakt ist (nur mal kurz „Hallo“ gesagt. Mit dem Ellbogen. In den Rücken) und für jeden Zuschauer definitiv kein Foul war; darin sah der Unparteiische eine Aktion, so schmutzig, dass die Abwasserbetriebe Kitzingen die Videobänder zur Klärung angefordert haben. Er entscheidet auf Foul. Endlich einer, der das Spiel sieht, wie es war.
 
Denn attraktiv war es lange Zeit nicht wirklich, was beide Mannschaften den durstigen Besuchern, die eigentlich nur dem Weinfestbesuch entgegen fieberten, boten. Eher so lahmes taktisches Geplänkel, immer mal wieder technische Fehler und Torszenen waren so häufig wie ein erfolgreicher Anmachspruch nach der dritten Flasche Wein.
 
Bereits in der ersten Hälfte erwischten die Gastgeber vom TSV Sulzfeld einen Blitzstart. Dritte Minute, langer Ball auf Rechtsaußen, Pass von der Grundlinie zurück auf Ex-SGay AW10, Tor. 0:1. Das Spiel dann aber so spannend, wie Gras beim Wachsen zuzusehen. Schusschance Spiller, Abschluss Zehnder, das war es aber auch. Zu ungefährlich und zu wenig.
 
Durchgang Zwei und gleich zu Beginn der Strafstoßschock. Schiri Wolf, sonst stets unparteiisch agierend, beschiss uns in dieser Szene so subtil, dass er auch bei QVC oder Channel21 vor der Kamera stehen könnte. Zumal Hertel nicht dafür bekannt ist, dass man seine Gegner besser in Luftpolsterfolie einwickeln sollte oder ihnen einen Ganzkörperschienbeinschoner umschnallen müsste. Max Weigand verwandelte eiskalt wie Eskimopisse. 0:2.
 
Je länger die Begegnung andauerte, desto bewegungsloser wurde gemauert. Als wäre „Occupy“ in Sulzfeld einmarschiert. Mehr heiße Luft gibt es sonst nur in den Vorstandssitzungen der örtlichen Bankfiliale. Kaum Chancen, viele Fehler, beide Teams müssen im Kampf um Punkte sicherlich mehr zeigen, um erfolgreich zu sein. Nach Zuspiel von Johannes Stadtelmeyer gelang noch der Anschluss durch Domenic Spiller. Wie der dem langen Ball nachjagte und einnetzte. Grazil. Elegant. Und doch dynamisch. Wie ein modernes Kunstwerk. Oder als würde Ailton sich auf das eben eröffnete Buffet stürzen. Der Applaus auf den Rängen trotzdem auf dem Niveau der AfD. Nicht vorhanden.
 
Zweite Niederlage in Folge. Wir erkennen hier ganz klar eine Negativspirale! Und um was dagegen zu tun gehen wir mal kurz den Fußballgott und vielleicht auch seinen Chef würgen. Vielleicht hört dann auch mal dieses elendige Verletzungspech auf. Wenigstens haben wir dem Gegner vor dem Saisonstart ein Erfolgserlebnis gegönnt. Wir haben ja noch zwei Chancen den Untergang der MSN-Titanic aufzuhalten.
 
Sonntag, 13 Uhr: MSN II – TSV Albertshofen II
und 15 Uhr: MSN – SVV Weigenheim II (jeweils in EnerschA. A, verdammt! mit A! Einheimischer Dialekt!),
sowie Mittwoch, 19 Uhr: MSN – Markt Nordheim (in Nenzenheim).

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