Auftritt einer Rindernachgeburt

Da haben wir uns vor wenigen Wochen noch über einen 7:1-Sieg unserer Reserve gefreut und jetzt setzt die sogar noch einen drauf. 8:1! Sattes Ding! Blöd nur, dass wir die mit der Eins waren und der Gegner die acht Buden gemacht hat. In so kurzer Zeit so viele Treffer kassierte nur Jean-Marc Mormeck im WM-Schwergewichtskampf gegen Wladimir Klitschko. Und der hat wenigstens Geld dafür bekommen…

Spätestens seit gestern ist die DJK SV Riedenheim der große Meisterfavorit. Für uns zumindest. Muss man sich nur lange genug so einreden, dann fühlt man sich gleich viel besser. Ist dann ungefähr das selbe als würde einem der sonst so penetrante Cousin, der auf den Familienfeiern immer erzählt wie unheimlich supergeil es in seiner IT-Firma läuft, einem über den Kopf streicheln, während man weinend auf dem Bett liegt, weil die Frau mit einem jüngeren, attraktiveren Schönling durchgebrannt ist.

Bereits nach zehn Minuten ging des Gauschützenfest bei der DJK los. Danach ballerten sich die Riedemer wilder durch die Gegend als einst Tango & Cash. Auch die Gegner (= wir) wurden in feinster 80er-Actionfilmmanier gedemütigt. Spätestens ab Gegentreffer Numero Uno war die MSN II derart komplett von der Rolle, dass man sie in einem Film mit Christine Neubauer besetzen würde.

Bereits in der Halbzeitpause – da war die Hand voll mit Gegentoren – sah die Truppe aus wie Anke Huber gegen Arantxa Sanchez Vicario bei den Australian Open 1998. Die Gesichter sind innerhalb einer Halbzeit um mehrere Jahrzehnte gealtert. Würden sie noch ein kleines bisschen verbrauchter aussehen, könnte man sie direkt ins Publikum des ZDF-Fernsehgarten nach Mainz karren.

Als würde der Wettergott beweisen wollen, dass er von Fußball mal so überhaupt keine Ahnung hat, hüllte er das Spielfeld vollkommen in Sonne. Zu unserem Glück, denn nach einem Freistoß von Felix Auer war Moritz Böhm mit dem Kopf zur Stelle. Letzterer ist durch die täglich intravenöse Zufuhr reiner Wachstumshormone die entscheidenden zwei Zentimeter in die Höhe geschossen und hämmerte das Leder mit wahnwitzigen fünfhundertstel Kilometer pro Jahr auf den Riedenheimer Kasten. Der DJK SV-Schlussmann war entweder von der Sonne geblendet oder haderte so mit seinem Tagtraum, ob er sich denn nun bei „Bauer sucht Frau“ anmelden solle oder nicht. Konnte dann aber weder den Ball noch seine Traumfrau festhalten.

Wir rannten weiter an wie ein Hamster im Schwungrad, die Mittellinie immer fest im Blick und doch war sie so unerreichbar. Weil wir es zu Stande brachten jedes Mal vor der weißen Markierung dem Gegner den Ball in die Füße zu spielen. Und die dann fast jedes Mal sehenswert einnetzten.

Gebrauchter Tag. Aber so wie es aussieht, hält die MSN II trotzdem die Klasse. Auch wenn die beiden letzten Spiele ausgesehen haben wie eine Rindernachgeburt.

Weiter geht es am Sonntag mit einem seltenen Kirchweihauftritt in Seinsheim. Die Zweite trifft um 13 Uhr auf die Biebelrieder Reserve, um 15 Uhr versucht die Erste erstmals zu Hause zu punkten.

1 Kommentar


  1. Hallo ihr lieben Exkollegen, habe selten so ein schönes theaterstück im Internet gesehen. Aber ich glaube ja immmer noch das diese Ergebnisse der letzten Spiele ein druckfehler ist. Ansonsten muss ich mal wieder vorbeikommen um ordnung zu schaffen. Lg aus Brasilien

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