Manfred Falk – die beste Kuh im Stall

Das mit der Motivation ist so eine Sache, wenn es zum Ende der Saison um nichts mehr geht. Beim Auswärtsspiel gegen die DJK Effeldorf am Karsamstag war man häufig einen Schritt langsamer als die Jugendkraftler, etwas weiter weg vom Gegenspieler als nötig und manch einer hing mit den Gedanken mehr am Cocktailglas als auf dem Fußballplatz.
Weil aber beide Mannschaften nicht viel Wert auf ungepflegte Zweikämpfe und Drecksarbeit im Mittelfeld legten, ging es munterer hin und her als beim Duell von Boris Becker gegen Ivan Lendl bei den US Open 1989. Möglichkeiten hatten beide Teams mehr als genug, entweder war ein Bein eines Verteidigers, der gegnerische Torwart oder Aluminium im Weg. Nach torlosen 90 Minuten stand definitiv ein 0:0 der ansehnlicheren Sorte auf der Anzeigetafel, die Partie hätte auch gut und gerne 4:4 enden können.
Ein Punkt für, naja, was eigentlich… Ein Punkt für das Punktekonto halt! Juhu! Ist ja auch viel schöner, wenn man sich die Eierausbeute zu Ostern fair miteinander teilt.

Ach, Ostern, ist ja eigentlich das Fest der Auferstehung. Womit der perfekte Zeitpunkt für unsere Zweite zukommen zu sein scheint, um mal wieder als Sieger den Platz zu verlassen. Eher unperfekt: Es brauchte schon fünf Feldspieler aus der Ersten Mannschaft und den Alten Herren, um überhaupt antreten zu können. Und dann war der Gegner auch nur der als Aufsteiger bereits feststehende SC Schernau. Es deutete somit vieles darauf hin, dass die SGay II zum ersten Mal in dieser Saison mit einer zweistelligen Fuhre den Heimweg antreten konnte. Dass die handverlesenen 105 Zuschauer (da hat bestimmt jemand doppelt und dreifach gesehen…) dann doch zwei Hand voll Tore zu sehen bekamen, lag an den zwei Ehrentreffern Fanni Malks.
Fünf vorne, fünf hinten. eine simple Aufstellung. Zwar ungewollt, aber immerhin für jeden auf dem Feld verständlich. Modernster Fußball also. Und das in der B-Klasse.
Zur Halbzeit gab es ein leistungsgerechtes 3:0 für Heimmannschaft von der Dettelbacher Höhe. Die Spielgemeinschaft mit viel Langholz und dem ein oder anderen Angriff (na gut, mehr als einer war es schon…), aber noch nicht mit der nötigen Fortune im Abschluss.
Nachdem es in Durchgang zwei unter gehöriger Mithilfe unsererseits ein paar weitere Male im Karton gerappelt hatte, entwickelte sich eine spätsommerliche Idylle auf Schernaus Sportplatz. Die grünen Angreifer wurden nicht mehr gestört, bekamen genug Platz und hätten bei besserer Chancenverwertung auch – sagen wir der Einfachheit halber mal – 15 Treffer erzielen können. Während sich die Weinparadiestruppe gedanklich auf das am Freitag beginnende Weinfest einstimmte und sich insgeheim in die Favoritenrolle bei der Verleihung des Friedensnobelpreises brachte, konnte der Einfall der Bibergauer Barbaren glatt als Ruhestörung zur Anzeige gebracht werden. Nachdem das Torekonto der Heimelf bei acht Treffern zum Stillstand kam, erbarmten sich die Weiß-Schwarzen aus dem Weinparadies und legten zwei eigene Treffer drauf. Beide Tore erzielte Malkfred Fank und beide hätten lasoggahafter kaum sein können (einmal vom Keeper angeschossen worden und einmal beim Rückpassantäuschungstrick den Ball im kurzen Eck versenkt). Mit elf fußballspielenden Betonmaschinen wäre das Spiel praktisch im Alleingang für uns entschieden gewesen. MF14 vereint immer noch das Saschamöldersrige, das man nur lieben kann. Die Wucht, die Ochsigkeit, das melodische Klingeln seiner Kuhglocke, wenn er sprintet, und die Schmerzensschreie der Gegner, wenn ihnen seine Kantigkeit ein lebenslanges bleibendes Hämatom aufs Becken tätowiert hat. Kann sich manch einer was davon abschauen. Danke dafür!

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