Wir sind klug. K – L – U – K!

Fangen wir mal so an… Wenn jeder Mensch sehr intelligent wäre, wäre es keine besondere Sache mehr, besonders klug zu sein. Wenn jedoch jeder Mensch ein so gnadenloser Vollpfosten wie die SGay beim Spiel gegen den TSV Gnodstadt wäre, stünde die Menschheit sicherlich kurz vor dem Verfall.

Eigentlich fing alles ganz schön okay an. Die Spielgemeinschaft gab mehr Gas als Marco Reus beim Car-Frei-Tag und hatte mehr Chancen als Silvio Berlusconi auf seinen Bunga-Bunga-Feten. Höhepunkt dabei (hihi, Wortspiel!) die Chance von Singer, der nach einem schnell ausgeführten Schömig-Freistoß die TSV-Abwehr stehen ließ wie festgefahrene Panzer. Allerdings konnte Singer sein Kryptonit nicht ins Wanken bringen und scheiterte an Schlussmann Kleinschrot.
Nach etwa 30 Minuten ging aber ein Ruck durch die Weindorfkicker und man schmiss die Kontrolle über Bord wie 2012 der Kapitän der Cost Concordia. Der TSV kam dem Führungstreffer durch Capitano Nagel und PLH3 – die Maschine (Lasogga ist ein Witz dagegen) zweimal gefährlich nahe.

Nachdem im Winter zwei Studenten die Spielgemeinschaft verlassen hatten, war damit zu rechnen, dass der IQ der Mannschaft ein wenig abfallen würde. Aber es war nicht unbedingt absehbar, dass man fortan mit dem Verstand einer Zimmerpflanze übers Grün wanken würde. Und der botanische Krüppel wurde seit mindestens zwei Wochen nicht mehr gegossen…

Zunächst war nach der Pause so wenig Leben in der Bude wie auf dem Wiener Zentralfriedhof nachts um halb Drei. Das Spiel wie ein Schlagabtausch zweier Männer ohne Sehkraft, die viel davon reden, sich gleich aber mal so richtig aufs Maul zu geben und mit ihren Luft-Schwingern allenfalls unbeteiligte Zuschauer K. o. hauen. Kurz: Ein All-you-can-eat-Buffet bei WeightWatchers hat mehr Gehalt. Oder um mit Blick auf die Europawahl in die Politik zu schielen: Seit Wiederanpfiff erinnert das alles sehr an einen Stehempfang der CSU. Viel Selbstzufriedenheit, wenig brauchbare Ideen.
Bis der zu diesem Zeitpunkt unauffällig TSV-Keeper SK1 in der eigenen Hälfte – genauer gesagt auf der eigenen Torlinie – dribbelt. Wie einer, der aus dem achtzehnten Stock fällt und auf Höhe des dritten denkt: „Bis hierher lief es ganz gut, so kann es weitergehen.“ Das „art“-Magazin würde das ganze mit „Stolpern. Falle der Hoffnung“ betiteln. Das Fazit würde lauten: Überambitioniert. Sußner stelzt mit seinen langen Extremitäten dazwischen und schiebt zur Führung ein.
Dumm: In der 85. Minute lässt man TSV-Oldie Sebastian Näck nach einem Einwurf von der Außenlinie durch drei Mann bis in den Strafraum wedeln. Ein Anblick, der stark an Alberto Tomba auf den Pisten von Val-d’Isère erinnerte. Zweikampf. Foul. Elfmeter. Sebastian Jakob gegen Dorin Masca. Rechts Unten gegen Nicht-Groß-Genug. 1:1
Dümmehr: Nach einem eigenen Eckball in der letzten Minute den Ball zu verlieren, sich einen Konter einzufangen, in den Zweikämpfen derart zu spät kommen, dass man schon mit der Deutschen Bahn verwechselt werden konnte und den besten Torschützen des ambitionierten Marktbreiter Vororts ganz allein zum Schuss kommen lassen. 1:2.

Verloren. Aber wir sind klug. K – L – U – K!

Bereits vor dem Spiel war der SGay der Klassenerhalt rechnerisch nicht mehr zu nehmen. Laut anderen Menschen hat man noch ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden können. Das hat sich nun aber auch erledigt. Können wir uns also wieder wichtigen Dingen widmen. Fußballerisches Training ade, die Grundlagen des Gehirnjogging werden jetzt vertieft. Für jede erfolgreich absolvierte Einheit gibt es einen Bissen von der Goldenen Ananas.

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