Hinterlistige Attacke durch Freibier – Better call Keßler

So, Freunde der gepflegten Facebook-Klüngelei, wieder Mal hieß es am vergangenen Weinfestsamstag: Hooray SGay. Es war das vorerst letzte Spiel unter der Leitung von Startrainer i.D., Landhausstil-Befürworter und Doppelknotenfetischist Markus Wolf. Es wurde der erwartet körperflüssigkeitenreiche Abschied des Mannes, der die SGay in lächerlichen sechs Jahren aus den Niederungen der A-Klasse, nun ja…etwas höher geführt hat.

Derbytime am Fuße des Frankenbergs. Unsere Freunde aus dem benachbarten Hüttenheim waren zu Gast und präsentierten sich bereits vor Anpfiff von ihrer besten Seite.

Bei Renovierungsarbeiten im Sportheimkeller tauchte ein 1978 verschollen geglaubtes Fass Bier auf – das perfekte Mitbringsel für den bereits feststehenden Meister. Das Gastgeschenk sollte für die Hausherren fatale Folgen haben, worauf wir später noch eingehen.

Nachdem warme Worte, geistreiche Gesten, Bier, Schiesser-Schlübber und Freundschaftsarmbänder ausgetauscht wurden, rollte tatsächlich der Ball. Einige SG-Akteure (und wohl auch einige Gäste) traten, ob des tags zuvor stattfindenden Beatabends, mit eingeschränktem Blickfeld, koordinativem Eiersalat sowie Achter im Gebälk an und sahen so sexy aus wie eine Rheumadecke auf dem Schoß von Flinten-Uschi.

Rasen-Schach

Die Heimelf kam relativ gut in die Puschen und setzte den SVH meist in der eigenen Hälfte Schach. Die beste Chance aufs vorzeitige Matt vergab Dame Keßler, als er sich in gewohnter Weise im Sechzehner durchwurschtelte, aber an diversen gegnerischen Springern hängenblieb.

Die Führung ging dennoch auf das Konto des Toptorjägers. Schoppenexpressschöller nutzte einen Abspielfehler der Gäste, zündete den Bi-Turbo (Wortspiel erstmal sacken lassen…SGay) und legte butterweich quer auf Andi K., formerly known as Andi Ford K. Beine, Hüften und orthopädische Gelenkprothesen flogen, am Ende machte die angreifende Dame den entscheidenden Zug – na klar, er darf sich ja als einziger frei in alle Richtungen bewegen.

Bereits jetzt kullerten die ersten Tränchen der Rührung bei Trainerlegende und Fahrradehrenwimpelträger Markus Wolf. Seine Mannschaft wollte ihm einen gebührenden Abschied bereiten, obwohl das Spiel so viel Spannung barg wie ein Überraschungsei unter Röntgenstrahlung. Die Partie verflachte in der Folge zusehends wie die Dialoge im RTL-Blockbustr „Hai-Alarm auf Mallorca“.

RTL lässt grüßen

Der ein oder andere hat es vielleicht schon bemerkt: Es sind Metapher-Wochen so kurz nach Saisonende – und die Teile müssen ähnlich unkoordiniert raus wie Alliterationen bei Inka Bause (Man stelle sich vor, die RTL-Moderatorin würde Malle-Barde Mickey Krause heiraten und einen Doppelnamen annehmen… – oder einfach einen neuen Namen kreieren – Vorschlag: Inka Brause!).

Zurück zum Spiel: Wenn es heiß, schwül und drückend (drei Adjektive, die voll auf die SGay zutreffen – bei einem der drei müssten zwei Punkte weg) gewesen wäre, könnte die Partie als Sommerkick deklariert werden. So aber war es ein Aufeinandertreffen zweier Teams, für die die Saison bereits ein Erfolg war und die eher kühle Schoppen als kühne Laufarbeit im Sinn hatten.

Dass es dennoch ein standesgemäßes Ergebnis mit 3:0 für die Hausherren wurde, dafür sorgte die Defensive der Gäste mehr oder weniger selbst. Beim zweiten Tor assistierte ein Abwehrspieler des SV und köpfte Andreas Braun in den Lauf. Dieser schickte Fabi Rabenstein auf eine elfeinhalb Meter währende Reise. Die flache und rasiermesserscharfe Hereingabe landete abermals beim Zielspieler der SG, Andi Keßler, der mit rechts zu seinem 26. Saisontor abdrückte – Torjägerkanone gesichert!

Leck in Sprinkleranlage

Das letzte Tor der Meistersaison war dann Andi Walter vorbehalten. Wiederum war ein Ballverlust der Gäste – es wurde bereits diskutiert, ob der 2013er oder 2014er Silvaner das blumigere Bukett hat – Ausgangspunkt. Braun schaufelte den Ball quer zu Wacken-Veteran und Charlie-Chaplin-Fuß-Double Hannes Schöller, der gekonnt auf seinen Iffigheimer Vereinskollegen durchsteckte. Torhüter und Abwehrspieler waren sich nicht wirklich einig, wer die Pille klären sollte, knobelten per Schnick-Schnack-Schnuck, während Andreas Walter zum 3:0-Enstand kichernd einschob.

Nach Abpfiff brachen beim Coach der Herzen alle Dämme. Als wären die Tränendrüsen mit Sprinkleranlage ausgerüstet, heulte er sich das komplette T-Shirt voll. Ein Glück, dass die Meisterkleidung rechtzeitig bedruckt wurde. In nagelneuen Polos wurde nach dem meisterlichen Duschen das Geschenk der Hüttenheimer angezapft. Der Aperitif wurde der Mannschaft zum Verhängnis.

Sentimentaler Kram

Bereits am nächsten Morgen klagten einige über Magen- und Kopfschmerzen sowie allgemeines Unwohlsein. In einer darauffolgenden Analyse konnten die klügsten Köpfe der SG – wohlgemerkt die einzigen zwei – herausfinden, dass das Bier frevelhafterweise mit Alkohol versetzt war. Empört wurde der Hopfen-Smoothie dennoch geschlürft, um den Hüttenheimern nicht den Triumph zu gönnen.

Spaß mal kurz beiseite: Das Team der SG Seinsheim/Nenzenheim möchte sich bei allen bedanken, die Anteil an der Meisterschaft hatten. Ein herzlicher Dank geht auch an die Sportfreunde nach Hüttenheim für die feine Geste – und das Bier war wirklich dufte.

Vielen, vielen Dank an unseren Trainer – scheiße, jetzt geht die Heulerei bei mir auch los….treff di Tastn nich mer oddentlich…puh, geht wieder -, der unglaublich viel investiert hat und nun endlich mit Erfolg belohnt wurde. Ein besonderer Dank auch an das Vorstandsteam der SG, des SVN und des FCS. Von uns ein HDL und MFG. Herauszuheben ist dabei die Party- und Gulaschkanone Markus Keller, der viel organisiert und möglich gemacht hat.

Ein riesiges und donnerndes Daumen hoch für den Weinbauverein Seinsheim, der mit seiner Großzügigkeit die SG-Lebern und Nieren an den Rand des Kollateralschadens trieb.

Kurze Review zum Weinfestsamstag: Einzug um 19 Uhr zur SG-Hymne, knappe 80 Pullen feinster Traubensaft – kalorienarm ohne Fruchtzucker -, wildes Tanzen und dann: scene missing…

An dieser Stelle danken wir auch Diego Armando Maradona, Uwe Tschiskale, Stefan Mross und Ikke Hüftgold. Ihr ward für uns immer eine großartige Inspiration.

Die Protagonisten:

Körner – Volkamer, Hörlin, Holeton, Müller – Braun, Schöller – Blomeyer, Keßler, Walter, Rabenstein

Die Bank:

Wolf T., Hertel, Paxton, Sieber, Lang, Körner R. (Meisterschalen-Babysitter)

Der Antagonist:

Vergorener Extrakt aus Träubeln

Die Tore:1:0 Andi Keßler (Hannes Schöller); 2:0 Andi Keßler (Fabian Rabenstein); 3:0 Andi Walter (Hannes Schöller)

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