Hahn, Buckelwal, Hängebauchschwein

Lange währte die Diskussion um die Abschaffung der Dreifachbestrafung. Am Sonntag setzte es für die SGay beim SV Bütthard gar die Vierfachbestrafung: Niederlage, Verletzung, kaltes Wasser, keine Bratwurst.
 
Bereits nach wenigen Spielminuten war die Marschroute klar: Der SVB dominiert spielerisch nach Belieben, der SG bleibt nach dem Kraftakt vom Freitag nur ständiges Hinterherhecheln.
15 Minuten waren durch, da gingen die Gastgeber mit dem ersten und einzigen wirklich konsequent zu Ende gespielten Angriff in Führung. Der an diesem Tag alles überragende Dominik Schmitt war in zentraler Position ein Tick früher am Ball als Buckelwal Patrick Hertel, der den Ball mit der Schulter nicht mehr abblocken konnte. Wann lässt sich Hertel endlich mal ein breites Kreuz wachsen? Also, ein richtig breites Kreuz? Dann, aber nur dann, wär der Gegentreffer noch vermeidbar gewesen… Und während die SGays noch mit Knochen sortieren und Lungenflügel durchspülen beschäftigt waren, bricht SVB-Altstar Peter Deißenberger durch die Mitte und trifft zum 2:0. Nach nur 16 Minuten hatte der SV so die Weichen früh auf Sieg gestellt. Weitere Treffer verhinderte vorerst die Siebersche Abseitsfalle, eine Glanzparade von Simon Hahn bei einem Deißenberger-Freistoß und der Unwille der Gastgeber. Lange gab die SGay den Hasen und Bütthard eine Schlange, deren Bauch Reserven für die kommenden drei Spielzeiten hat. Nur mehr Treffer wollten die Gastgeber nicht wirklich. Dabei machte man es Truppe um Deißenberger recht einfach. Zu platt um sich zu wehren, konsequent nachzurücken und die einsame Spitze Harald Schmidt zu unterstützen. Und der SVB? Von einer Truppe, die letztes Jahr schon eine starke Runde gespielt hat, erwartet manch einer vielleicht etwas mehr. Vor allem wenn man sich mit einem Christian Steinmetz und einem Dominik Schmitt (zieht im Büttharder Mittelfeld schon derart bosshaft die Fäden, dass man meinen könnte, er habe Stefan Effenberg und Günter Netzer im Kampfe besiegt und ihre Herzen gegessen) verstärkt. Dass das Ergebnis in die Höhe geschraubt wurde, lag dann mehr Unvermögen der SGays. Nach einem Eckball, kann sich Christian Rauh im Fünfmeterraum einmal um die eigene Achse drehen, während die Verteidiger sich noch über die Schwerkraft wundern, beschäftigt sich Rauh schon wieder mit Geometrie und zieht einen Strich, dass Simon Hahn sich auf einen Wunsch die Auge zutackert – wie man das so macht, wenn man eine Sternschnuppe sieht. Und nach einem – nennen wir es mal eher dämlichen – Ballverlust in der Vorwärtsbewegung kommt wieder Rauh zum Schuss und findet genau die Lücke zwischen Hahns Handschuh und dem Pfosten.
Wäre, wäre, Fahrradkette. Zwischenzeitlich erzielte Harald Schmidt mit einer Einzelenergieaktion das 1:3 aus SG-Sicht. Und nur wenig später erlief Schmidt einen zu kurzen Rückpass der Gastgeber, umkurvte SVB-Keeper Noah Schwab, setzte das Rohr aber aus kurzem Winkel einen Wiese-Bizeps am Pfosten vorbei. Vielleicht wäre mit dem Anschlusstreffer noch etwas möglich gewesen. Wahrscheinlicher ist aber, dass der SVB einen Gang nach oben geschalten hätte und die SG zerlegt hätte.
 
Gut:
– Ein Tor weniger kassiert als in der letzten Saison
– Der Gegner konnte sich bereits für den nächsten Spieltag schonen. macht uns wenigstens keiner Vorwürfe
 
Eher so egal:
– Verloren, Stimmung war trotzdem (oder deswegen?) gut
 
Suboptimal:
– Deißenberger trifft nicht mit einem direkten Freistoß. Nicht dass das mal das Selbstvertrauen runter zieht
– Hertel bricht sich die Flosse und fällt einige Zeit aus
– Bütthard ist noch nicht an eine Warmwasserleitung angeschlossen
– Es gab nicht mal eine Bratwurst für die Hängebauchschweine aus dem Weinparadies
 
Unser Tipp nach Bütthard: Bestellt Euch ein Phrasenschwein und ladet uns alle zum Schinkenessen ein. Wir konnten es Euch einfach nicht antun zu gewinnen und in der Tabelle vor Euch zu stehen.
 
#justjoking
 
Glückwunsch an die Reserve, die beim TSV Albertshofen 1905 e. V. II mit 7:1 gewinnt. Dank der Premierentreffer von Dzamshed Mukhidingsbums und Christian „Regenmacher“ Fleck ist wenigstens beim nächsten Heimspiel für ausreichend Bier gesorgt.

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