Fußballweisheiten – mit dem Löffel gefressen

Das Schöne an den Fußballweisheiten ist ja, dass man sie in fast jeder Situation benutzen kann. Wenn man sie denn richtig benutzt…

Beim Aufeinandertreffen mit dem VfR Bibergau griff sofort das Legat’sche Paradoxon. Die Chancen standen 70:50. Für die Blauen aus dem Dettelbacher Ortsteil. Die zwanzig Punkte extra gab es für die Bewahrheitung von Alf Ramsey’s „Never Change a Winning Team“.

Unübliche Aktion des Bibergauer Trainerduos Wunder und Höppner. Zum Rückrundenauftakt verbannten die beiden fast ihre komplette erste Mannschaft in die Reserve, die dann in der Höhe wenig überraschend 9:0 gegen Mainbernheim II gewann. Muss wohl eine Disziplinarmaßnahme gewesen sein. Oder so. Glücklicherweise rächte sich dies aber nicht, da unsere Nachbarn aus Hüttenheim wegen Spielermangels nicht antreten konnten und die Heimelf die Punkte auch so auf der Hochfläche des Südlichen Maindreieckes behielt. Ausgesessen war diese Strafe dann aber wohl rechtzeitig zum Spiel gegen uns Weinparadiesler. Denn satte neun Spieler, die zuletzt in der Reserve kickten, standen am Sonntag in Nenzenheim im Aufgebot. #WerHierNichtSpieltIstSelbstSchuld

„Wir waren alle vorher überzeugt davon, dass wir das Spiel gewinnen. So war auch das Auftreten meiner Mannschaft, zumindest in den ersten zweieinhalb Minuten.“ So ähnlich hätte Peter Neururer über den Auftritt der SGay geurteilt. Denn spätestens nach 150 Sekunden war die Marschroute in dieser Partie klar. Die laut Olli Kahn vorne vom Feinsten bestückten Bibergauer waren stets einen Schritt schneller, bissiger im Zweikampf (bitte hier nicht an Luis Suarez denken) und erlaubten sich kaum technischen Fehler. Nach einem Foul von Lukas Hörlin an Nils Neubauer im Strafraum verwandelte Maximilian Wunder den Strafstoß zur Gästeführung. Die Heimelf kam nach einer Flanke von Florian Müller auf Christian Schömig etwas unerwartet zum Ausgleich. Mit dem direkt darauffolgenden Angriff brachte Silas Steinhoff die Blauen im Absteigerduell wieder in Front. Steinhoffs Tor liest sich wie der Prolog eines Kamasutrakapitels. An der Kante von links nach rechts, Drehung, drin. Der VfR war die klar dominantere Mannschaft, wäre Hörlins Freistoß vom Mittelkreis aber ins Tor und nicht an den Pfosten getropft, hätten die Zuschauer eine größere Sensation gesehen als Steven Bradburys Olympiasieg im Shorttrack über die 1000 m im Jahr 2002 in Salt Lake City. Erst Elfmeter verschulden und dann kein Tor schießen. Kein Wunder, dass man Hörlin so sympathisch findet wie den neuen Freund der Ex-Frau. Der sie neulich mit diesem britischen Sportwagen vom Scheidungsrichter abgeholt hat. Den man sich nicht mal im Maßstab 1:Träumchen leisten kann. Ganz zu schweigen davon, dass er aussieht, wie man eben immer aussehen wollte. Also der neue Freund, nicht unser Blindenführer.

Die SGay trat im zweiten Durchgang mutiger auf, konnte sich einige Male den Ball erkämpfen, scheiterte jedoch immer wieder an der robusten Defensivabteilung der Gäste. Diese konnten sich aufs Kontern verlagern und hatten genügend Chancen um die Entscheidung herbeizuführen. Erst unter Mithilfe SG-Defensive gelangen der besten Bibergauer Mannschaft aller Zeiten zwei weitere vom Spielverlauf her verdiente Treffer. Rehhagels Fazit zu dieser Partie: Mal verliert man, mal gewinnen die anderen…

Getreu dem Motto „Das nächste Spiel ist immer das schwerste“ empfangen die Trauben- und Mostfreunde am nächsten Spieltag die dem Wein auch nicht ganz abgeneigten Hüttenheimer in Seinsheim. Erste Motivationsnachrichten haben uns bereits von Lukas Podolski erreicht: „Jetzt müssen wir die Köpfe hochkrempeln. Und die Ärmel natürlich auch.“ Wird gemacht! #FlachSpielenHochGewinnen

Im Spiel der beiden Reserven kämpfte wieder einmal nur zehn SGays wacker gegen die blaue Übermacht an. Ein Doppelschlag vor der Halbzeitpause sowie ein weiterer Treffer in der Schlusssphase besiegelten die neunte Niederlage in Serie. Die beste Möglichkeit auf den Ehrentreffer vergab Daniel Mend, der einen Foulfmeter, in den Belgrader Nachthimmel drosch.

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