Daniel oder Linda – eine unerfüllte Liebe

Das letzte Seinsheimer Heimspiel in dieser Saison gegen die Zwedde des 1. FC Eibelstadt steht sinnbildlich für die gesamte Runde der SGay. Erst nicht so recht in Tritt gekommen, dann eine sehr gute Phase, zum Ende hin war etwas die Luft raus und man brachte sich selbst um den verdienten Lohn.
 
In den ersten zwanzig Minuten war die Begegnung so spannend wie das Highlight-Video von Waldhof Mannheim gegen den SSV Ulm. Im Standbild. Bei Stromausfall. Was als Fußballspiel im Programmplaner stand, mutete an wie der Versuch eines Staubsaugers ein Stabmixer zu sein. Beide Mannschaften nach vorne viel zu ungenau und umständlich. Auf der Gefährlichkeitsskala waren die Offensivversuche auf einem Level mit stundenlangem Schmusen mit einem Katzenbaby. In der Folge wurden zunächst nur die Angriffsbemühungen der SGay konkreter. Aber entweder zielte man zu ungenau, oder FCE-Schlussmann Christoph Merker fischte das Ding noch von der Linie. Symbolisch: Daniel Mend verstoppte freistehend vor dem gegnerischen Gehäuse den Ball so, dass Merker in letzter Sekunde klären konnte. Damit ist schon einmal klar, wer nicht für 70 Millionen im Sommer zu Real Madrid wechseln wird. Dabei hätten uns ein paar Cent mehr in der Portokasse auch gut getan.
 
Auch im zweiten Durchgang war die SGay das zunächst aktivere der beiden Teams. Es dauerte aber bis zur 65. Spielminute ehe Mend dann doch endlich den Knoten löste. Schömig bediente Singer, der wohl lieber Vorlagen anstelle von Toren sammelt, deswegen so Richtung Tor schoss, dass FC-Keeper Merker nur abklatschen lassen konnte und Mittelfrankenimport Mend nur noch einschieben musste. Hat er dieses Mal auch hinbekommen. Die FCE-Reserve intensivierte ihre Angriffsbemühungen, die Weinparadiesgemeinschaft hatte trotzdem die Möglichkeiten auf den zweiten Treffer. Mend verpasste eine Freistoßhereingabe vom damit weiterhin assistlosen Hörlin knapp. Flo Müller (noch ohne Saisontreffer) pflockte den Ball nach einem Konter in die oberste Weinbergszeile. Auf dem Tannenberg. Ach, sind wir mal ehrlich, hätte D. Mend an diesem Tag aus jeder seiner Möglichkeiten ein Tor gemacht, wir hätten uns wohl heimlich, still und leise in ihn verliebt wie wir es zuletzt in die schöne Linda aus der Abschlussklasse getan haben. Die Bemühungen der Gäste noch den Ausgleich zu erzielen ähnelten frappierend den unsrigen endlich mal wieder aufzuräumen, die Steuer zu machen oder Mutti zu besuchen: Es kommt immer was dazwischen. Waren es bis in die Nachspielzeit noch SG-Beine oder Mascas Hände, klatscht ausgerechnet bei der letzten Aktion des Spiels der Ball bei einem Flankenversuch an den Arm von Thomas Wolf (hätte lieber die blaue und nicht die rote Pille nehmen sollen). Unglücklicher aber unstrittiger Elfmeter die Folge, verwandelt von Joker Frank Krahl. Der laut Statistik alle zwölf Minuten einen Treffer erzielt (es waren auch die einzigen zwölf Minuten in dieser Saison für den Oldie). Von so einer Effizienz können wir im Moment nur träumen.

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