Bambusbomber is back

Weinparadies-Derby. „Hooray SGay“ trifft auf „ASV Here we go“. Das sah in der jüngeren Historie meist so aus. Die Spielgemeinschaft entführt die Punkte in der Molkereistraße beim ASV Ippesheim 1947 e.V., lässt den Gegner dafür aber freundlicherweise drei Zähler auf dem heimischen Geläuf mitnehmen. Klappte in der A-Klasse meist sonderlich gut, sollte sich in der Kreisklasse aber aus Sicht der SG ändern. Dass es erneut dabei blieb, dafür sorgte ein Mann, der dem besten Fußball-Alter bereits ein bisschen entwachsen ist.
 
Schmidt schickte mit Rabenstein und Helfert zwei Spitzen auf den Platz, in der Viererkette rückte Bauer wieder für Holeton ins Glied. Wenig Aufregendes in Halbzeit Eins. Bei einen Freistoß von Hannes Schöller tauchte ASV-Schlussmann Matthias Stang rechtzeitig ab, ein Schüsschen von Fabian Rabenstein flog am linken Pfosten vorbei.
 
Was bis dato ausblieb, wurde aber in den zweiten 45 Minuten nachgeholt.
Etwa eine Stunde war gespielt als der Ball beim einem Ippesheimer Angriff die Außenlinie überquerte. Seinsheimer Augenzeugen berichten der Ball wäre etwa eine Milliarde Nanometer im Aus gewesen, ASV-Linienrichter Reinhold Kern verweigerte aber den Fahnenschwenk. Selbst die Ippesheimer Fußballer sahen wohl, dass die Murmel im Aus gewesen war, für kurze Zeit herrschte Verwirrung. Der erste und einzige der sich aus der über dem Spielfeld liegenden Paralyse befreite war ASV-Angreifer Jonas Hümmer. Der Winterneuzugang fackelte nicht lange und schloss trocken zur 1:0-Führung für die Mittelfranken ab. Es könnte sein, dass Hümmer am Abend zuvor brav mit seinen Kumpels eine Runde Malefiz spielte, früh ins Bett ging und deshalb im spielentscheidenden Moment einfach wacher war. Da halfen auch alle Proteste der Spielgemeinschaft nichts. Der souveräne Schiedsrichter Klaus Kalbskopf hatte sich in dieser Situation auf Kern verlassen, der beteuerte auf Nachfrage des Referees erneut, dass der Ball nicht im Aus gewesen sei… Sahen komischerweise circa 150 Zuschauer anders. Und wohl auch besser. Zur Entschuldigung Kerns ist zu sagen, dass ihm vielleicht eine Fliege ins Auge flog, die Sonne blendete, die Fahne schlichtweg zu schwer war oder der ein oder andere Tropfen des vorherigen Abends ihm die Sicht vernebelte. Zur Entschuldigung der SGay kann man gar nichts sagen. Man hätte einfach weiter spielen müssen statt abzuschalten und auf die Tröte des Unparteiischen zu warten. Mal wieder so ein leicht vermeidbares Gegentor.
Wenig später hätte Matthias Volkamer der SG den Ausgleich bescheren können. Nachdem ein verdeckter Distanzschuss von Viktor Eror (#Bambusbomberisback) vom Pfosten in Richtung der Platte von MV5 segelte, dachte dieser wohl bereits über ausgetüftelte Jubel-Gesten nach. Umso kläglicher war es dann, dass MV0,5 den Ball aus zwei Metern nicht ins leere Tor köpfen konnte.
Je mehr sich das Spiel dem Ende neigte, dass wilder pflügten die Meuten aus Testosteron-geschwängerten Alpha-Kevins durch ihr Gehege. Den Gegner wurde oft taktisch in die Hacken gefahren, ohne Brüche oder Risse zu verursachen, und dann wurden noch ein paar gelbe Kartons verteilt. Markus Roth brachte es fertig in knapp 30 Minuten Einsatzzeit den Roten auch noch zu sehen zu bekommen.
Die Entscheidung für die Blau-Weißen verpasste Marcus Pfeiffer, der nach einem Konter allein auf Markus Körner zu lief, aber den Ball mit seinem Schuss gegen den Pfosten setzte. Kurz vor Ende der Partie verweigerte Kalbskopf der Heimelf einen Elfmeterpfiff, der allein wegen Gerechtigkeit verdient gewesen wäre. Franz Müller bewies einen ausgewiesenen Hang zur Fummelkuttigkeit und riss Andreas Keßler an der Schulter herum, für Kalbskopf war diese Szene allerdings nicht elfmeterwürdig.
 
Wie so oft in den letzten Jahren, verteilt die SG gegen den ASV ein Gastgeschenk in Form von drei Punkten. Letztlich war es wieder einmal eine vermeidbare Situation – egal, ob der Ball im Aus war oder nicht – die der SG zumindest einen Punkt kostet. Und wenn man aus zwei Metern ein leeres Tor nicht trifft, hat man es auch irgendwie nicht anders verdient. Die SG bekommt am Mittwoch in Nenzenheim um 18:30 gegen den SV Sickershausen die nächste Möglichkeit wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt zu ergattern. Der ASV Ippesheim entfernt sich weiter von den Abstiegsrängen. Irgendwie auch schön, so ein Derby nächstes Jahr in der Kreisklasse hätte ja wieder was.

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