Schlachtschüsselessen beim Bäcker

Puh, also mit Grandezza und Routine hat es wenig zu tun, wie die SGay aktuell dem Rundenende entgegen tümpelt. Besser als jeder Bautechniker verstand man es beim Gastspiel gegen die Reserve des SSV Kitzingen 1949 e.V., sich vornehmlich auf die Statik zu konzentrieren und die Dynamik erstmal außer Acht zu lassen.
Um sich überhaupt ein bisschen Nervenkitzel herzuholen, wenn einen die Liga nur noch anödet und man sowieso absteigt, macht man halt was Riskantes. Zum Beispiel dem Gegner den Ball zwanzig Meter vor dem eigenen Tor in die Füße zu spielen, so dass der nur noch einschieben braucht.
Bis die SGay mal rausgefunden hatte, was sie denn mit diesem weißen, runden Ding machen sollte, wenn sie es denn einmal hatte, schepperte es bereits zum zweiten Mal im eigenen Kasten. Erst knallte ein Siedler-Freistoß an die Querlatte, wir bekommen das Leder nicht weg und fangen uns per Abstauber das nächste Ei.
Während in der ersten Hälfte unsere Standards noch als U-Boot unterwegs waren, schwangen sie sich im zweiten Durchgang mit der Anmut eines toten Vogels durch die Lüfte. War aber ausreichend, um nach einem Eckball von Singer den Anschlusstreffer durch Christian Schömig erzielen zu können. Symbolisch übertragen hat man damit auf dem Komposthaufen eine Blume eingepflanzt.
Um gleich darauf mit der Walze das Pflänzchen wieder zu begraben. Es brauchte nicht mehr als einen Abschlag von SSV-Keeper Kempf und Flügelflitzer Lazar entwischte der weinparadiesischen Abwehr (der Anblick von Reiner Calmund im Borat-Mankini ist paradiesischer als das, was wir auf dem Spielfeld darboten) und musste nur noch Masca überspielen. Szenen, die man sonst nur zu sehen bekam, wenn Helmut Schmidt zu Gast bei Maischberger war: Man ließ ihn ziehen.
Die SG weiter bemüht. Als würde ein Bäcker versuchen ein Schwein zu schlachten. Mit so viel Druck nach vorne als würde ein gedrosseltes Mofa auf der Autobahn zum Überholmanöver gegen einen Lamborghini ansetzen. Freistoß, Hackenablage von Losch auf Singer (als hätte man das bei vorherigen Stationen gezielt so trainiert) und der erneute Anschlusstreffer.
Doch bevor man sich noch drauf und dran macht auf den Punktgewinn zu drücken, pfeift Referee Heinz-Jürgen Kahl ab. Hätte ja sonst noch knifflige Entscheidungen geben können, deswegen lieber bisschen früher Schluss machen und nichts nachspielen lassen. Nachspielzeit ist eh nur was für die Champions League und davon war man meilenweit entfernt, das hat Kahl schon ganz richtig erkannt. Man sollte ihn zum BER-Manager ehrenhalber ernennen.
 
 
 

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