Ein Tag im Leben des Bademeisters im Hallenbad in Hermeskeil

Sich selbst mal wieder mit der eigenen Dummheit geschlagen. Anders kann man es einfach nicht fin Worte fassen, was die SGay am Sonntag im Derby gegen den SV Markt Einersheim aufs grüne Rechteck „gezaubert“ hat.
 
Dabei sah der Beginn recht vielversprechend aus. Der SVME wurde unter Druck gesetzt wie ein Hosenknopf nach zu viel Sauerkraut. Eror konnte sich in den ersten Minuten zweimal über die linke Seite durchsetzen, brachte den Ball aber genauso wenig in die gefährlich Zone wie Sußner über rechts etwas später. Symptomatisch für die Angriffsbemühungen: Es fertig zu bringen, bei einem Konter dem Torwart den Ball genau in die Hände zu spielen. Bei vier Angreifern. Und einem Verteidiger!!!1!!111!
Ansonsten stand hauptsächlich der Top-Stürmer der SG im Mittelpunkt. Der aber wohl sowohl das Top- als auch das Stürmer-Attribut zuhause vergessen hatte. Der personifizierte Ein-Mann-Sturm umkurvte beispielsweise SV-Keeper Radant, nur um den Ball dann auf der falschen Seite des Pfostens vorbeizuschieben. Oder schlenzte die Murmel ebenso am verwaisten Tor vorbei. Wenn man richtige Chancen gehabt hätte, hätte man da schon mal einen machen können…
Glücklicherweise stand wenigstens ein Treffer auf der Habenseite zur Pause. Nach einem Eckball von Assist-König Sebastian Singer – dem Manni Kaltz der Generation Instagram – steigt Christian Schömig am langen Pfosten zum Ball, sieht dabei so entschlossen aus wie eine weißrussische Speerwerferin (ok, gut, eine gewisse Ähnlichkeit wäre übrigens auch ganz ohne die Entschlossenheit vorhanden) und nickt die Kugel ins Netz.
In der Defensive hatte man eigentlich alles Griff. Richtig gefährlich wurde es nur einmal, als Rene Demmel (der mit den Scherenbeinen) bei einer Direktabnahme den Lebendbeweis erbrachte, dass pure Schönheit eben nicht immer hinreichend ist.
 
Und wer dachte, dass man keine Chancen gehabt hätte, bekam im zweiten Durchgang genauestens vor Augen geführt, wie es ist, eben keine Chancen zu haben. Der von den Medien ausgerufene Relegationsaspirant war offensiv harmloser als ein Einbeiniger mit einem stumpfen Messer. Im Panzerkampf. Und hinten dann wieder einmal mit den entscheidenden Aussetzern, die einen Punktgewinn unmöglich machen. Binnen neun Minuten schenkt man sich wieder einmal praktisch selbst zwei Eier ein. Insgesamt vermittelte die SGay in den zweiten 45 Minuten den Eindruck eines Bademeisters im Hallenbad Hermeskeil. Man ist der Schönste, der Stärkste, der Muskulöseste, der Erotischste. Man ist der Chef, mit der Trillerpfeife, der Sonnenbrille und dem Tanktop. Und man hat vor allem eines. Die Kontrolle verloren.
Mehr als ein Kopfball von Schömig wollte in der – nennen wir es Drangphase – am Ende nicht bei rumkommen.
 
Bevor nicht nur die Zeitung, sondern auch wir selbst glauben, dass man sich Hoffnungen auf den zweiten Platz machen kann, haben wir sicherheitshalber eine Leistung gezeigt, die das Gegenteil beweist. Aber Hoffnung ist ja eh so Neunziger. Kennt von uns jungen Hüpfern kaum noch einer.

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