Auseinandergehen ist schwer

Time to say goodbye, zwar ohne Andrea Bocelli und Sarah Brightman dafür mit Charly Zehnder, Patrick Teufel, Gerd Rabenstein, dem FC Seinsheim, einer würdigen Bühne beim SSV Kitzingen II und vielen mehr.
Das letzte Saisonspiel stand ganz im Zeichen der vielen Abschiede und auch wenn es nur noch um Platz Sechs in der Endabrechung ging (was ja allgemein als die goldenste aller goldenen Annanässe bekannt ist), zeigte sich eine gut betankte MSN von Beginn an spiel- und einsatzfreudig.
Die zu diesem Zeitpunkt schon verdiente Führung gab es bereits in der achten Minute als Domi Spiller erfolgreich abschloss. Noch besser wurde es in der 34. Minute. Patrick Teufel schädelt das Leder nach einer Flanke von rechts in seinem letzten Spiel zum 2:0 ein. Chancen gab es noch vor der dringend benötigten Halbzeitschorle im Überschuss. Teufel verzog nach einer Hereingabe von rechts frei vor dem Gehäuse, Spiller ließ zwei weitere Hochkaräter liegen und auch Außenverteidiger Jörg Schneider hatte eine Hundertprozentige. Nach einer zu kurz abgewehrten Ecke bewies Jorge bei seinem letzten Spiel im MSN-Trikot, dass er das besondere Etwas hat, verzieht den Ball aus gut 20 Metern derart, dass die Chance im Nachgang nur noch als Fünfprozentige daherkommt. Teufelskerl!
Auch nach dem Seitenwechsel war Team MSN weiter am Drücker. Christian Schatz und Lukas Schenk trafen nur das Aluminium, auch Fabi Seemann und Matze Volkamer ließen weitere Möglichkeiten liegen. Was dann passierte ist eigentlich klar… Die Siedler Reserve befreite sich das ein oder andere Mal und kam vor unser Tor. Das erste Mal rappelte es nach gut einer Stunde, das zweite Mal in der Nachspielzeit. 2:2 nach 90 Minuten in einem Spiel, das man locker mit drei oder vier Toren Differenz hätte gewinnen müssen. In der Schlussphase wirkte man ein wenig wie ein mit dem Großkaliber ausgestatteter Wildjäger, der sich vor dem waidwunden Reh zurückzieht, aus Angst, von dessen Atem dahin gestreckt zu werden und in die ewigen Jagdgründe aufzusteigen.
Vielleicht etwas limitiert, aber mit sichtlich Spaß dabei und großem Einsatz. Der Kevin-Großkreutz-Preis der A-Klasse geht damit ganz klar an uns! Leider wurde der gaudiburschenhafte Auftritt, der einer der besseren in letzter Zeit gewesen war, nicht mit mehr Punkten belohnt.
Die Zweite musste sich bei ihrem Saisonabschluss der Sickershäuser Reserve mit 2:4 geschlagen geben. Wenn der Torwart kein Biobauer wäre, wäre das nicht passiert.
Taschentücher raus, jetzt wirds sentimental! Wir sagen danke schön für eine geile gemeinsame Zeit zu:
Charly Zehnder – Wahrscheinlich einer der letzten Fußballverrückten. Immer motiviert wie der Flamenco-Lehrer an der Volkshochschule in Delmenhorst, wenn er den Landfrauen die ersten Schritte zeigen muss. Will wieder das Gefühl erleben, zum Sportplatz laufen zu können und übernimmt den TSV Sulzfeld II.
Patrick Teufel – Es gibt nur ein paar unumstößliche Wahrheiten in diesem Universum. Die Erde dreht sich um die Sonne. Filme mit Veronika Ferres sind scheiße. AFD-Wähler sind doof. E = mc². Dinge mit Käse zu überbacken ist toll. Patrick Teufel war der beste und geilste Stürmer.
Gerd Rabenstein – Zuletzt flink wie ein Wiesel, das seit 5 Tagen überfahren am Straßenrand liegt. Schloss mit seinem Abschied auf der Kitzinger Schwarzen Erde am Sonntag seinen persönlichen Kreis. Früher selbst für die Siedler aktiv, dann zurückgekommen und mit einem Freistoßtreffer gegen die Siedler die SGay in der A-Klasse gehalten. Nun Karriereende mit 44, darauf erstmal einen Asbach.
Jörg Schneider – Duracellhaste sich auf jeder Außenbahn durch und war dominanter als Ric Flair im Titelkampf 1992 gegen Macho Man Randy Savage. Aber wir wissen ja alle, was damals dann passiert ist. Nein? Banausen! Verlasst unseren Spielbericht! Sofort!!1! Der schönste Bart der MSN verlässt uns leider nach Lenkersheim, wo er sich mit seiner Frau niedergelassen hat.
Johannes Stadtelmeyer – War vor dem Kasten lange Zeit so erfolglos, dass Leute, denen Katzenvideos im Internet nicht harmlos genug sind, angefangen haben, Stadtelmeyers Highlights in Zusammenschnitten anzusehen. Fand seinen Knisperinstinkt wieder und wird mit ihm versuchen seinen Heimatverein aus Hüttenheim in die A-Klasse zu schießen.
Zu recht zuletzt: Der FC Seinsheim – Kein Pointe. Wäre einfach nicht verdient gewesen. Der FC beschloss den Herren-Spielbetrieb einzustellen. In Zuge dessen soll zeitnah auch die Auflösung der SG Seinsheim/Nenzenheim erfolgen. Aber ein Verein stirbt erst, wenn er vergessen wird. Bitte daher immer schön an uns denken 😘
Hey, ist nur Fußball. Alles nicht wo wichtig. Muss man nicht ernst nehmen. So wie uns. In diesem Sinne. Saufen wir es uns schön. Oder einfach nur ins Vergessen. Auf bald!
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