Ärschles-Rock’n’Roll

Nach dem etwas sensationellen Punktgewinn gegen Ligaprimus Sonderhofen traf die SG am Sonntag auf deren ersten Verfolger, die SpVgg Gülchsheim. Der Aufsteiger mit einem guten Start in die Partie, nach einem Schussflankenwasauchimmerversuch von Julian Helfert setzte Fabian Rabenstein mit seiner rechten Klebe ein Prachtexemplar von Schuss (für die Leser, die nicht wissen, wann wir etwas ironisch (notfalls im Duden nachschlagen, was auch immer das sein mag) meinen: Achtung! Ironie!) an SpVgg-Schlussmann Benedikt Valentin vorbei zum 1:0 in die Maschen. In der Folgezeit kann sich der Abwehrverbund der Spielgemeinschaft nicht über mangelnde Beschäftigung beklagen. Stefan Wagner mit einem Linksschuss, Ralf Dehm nach einer Einzelaktion und auch sonst hatten die SGays alle Hände und Füße voll zu tun die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Roten Teufel abzuwehren. Mit einem Konter vor der Pause hätte Rabenstein nach Zuspiel von Stefan Lang sogar auf 2:0 erhöhen können. Erst spielte er seinen berühmt-berüchtigten Ärschles-Rock’n’Roll mit der mittelfränkischen Hintermannschaft, dann konnte Valentin seinen Schuss aber noch parieren.

Nach dem Seitenwechsel brachte Schiedsrichter Wilfried Klein die Rot-Weißen zurück in die Partie. Pfiff der König des Mittelkreises mit Weitblick in die Peripherie bereits in der ersten Hälfte einige fragwürdige Entscheidungen – allerdings häufig zu Gunsten der SG, so schlug sein subjektives Pendel der Entscheidungen in Durchgang Zwei deutlich auf die Seite des letztjährigen Kreisliga-Absteigers aus. Aus 60 Metern Entfernung pfiff Klein einen äußerst unberechtigten Elfmeter für die Gastgeber Dass der Referee hintennach zugab, dass er nichts gesehen hatte und nur gepfiffen hatte, weil er etwas gehört hatte, ist zwar ehrlich und schön. Aber wenn dann noch die Aussage folgt, dass es bei der SG ja um nichts mehr ginge, und die Gülchsheimer ja die Punkte viel mehr brauchen würden, fragen wir uns schon, warum Klein die Partie überhaupt angepfiffen hat und ob man das Ergebnis nicht einfach hätte würfeln können. Naja, #steckstnetdrin, jedenfalls standen sich Uwe Hirsch vom Punkt und Markus Körner auf der Torlinie gegenüber. Hirsch, ein echter Hochprozentiger, der schon oft bewiesen hat, dass er nach zwei Maß noch Fußball spielen kann, ließ Körner mit einer strammen Wamse in die Mitte keine Abwehrmöglichkeit. Ein bisschen weiter rechts angesetzt und Körner hätte den dritten Strafstoß in Folge pariert. Nur wenig später verstrickte Paxton, seines Zeichens unterfränkischer Häkel-Meister von 2008, sich und Ball in den eigenen Beinen, der nachfolgende Rückpass wurde vom lauernden Goalgetter Ralf Dehm erlaufen und eiskalt vollendet. Paxton hätte an diesem Tag wohl besser zu seinem Klarinetten-Unterricht gehen sollen… Bis in die Schlussphase gab die Partie dann wenig Höhepunkte her, Zeit für die Zuschauer sich der Gülchsheimer Bratwurst zu widmen oder mit Heimo „MV“ Völker über die guten, alten Zeiten in Seinsheim zu kalauern. Zwei Höhepunkte hatte die Begegnung zum Ende hin noch parat: Helfert passte auf Rabenstein und dessen Schuss ging aus spitzem Winkel knapp vorbei, Ausgleich verpasst. Auf der Gegenseite verwandelte Stefan Wagner einen Freistoß aus etwa 20 Metern Entfernung direkt zum 1:3-Endstand.

Abpfiff. Die mittelfränkischen Fans rasteten völlig aus, als habe auf ihrem hervorragenden Sportgelände (Achtung! Keine Ironie!) gerade Zidane blind einen Hackenpass auf Ronaldinho gespielt, während der auf einem Einrad balancierend brennende Fackeln jongliert. Dabei war es keine berauschende Vorstellung der Elf von Sven Krönlein. Der Elfmeterpfiff öffnete ihnen die Tür und dann war das Team um Spielführer Christian Gebhardt einfach clever genug die Fehler der SG auszunutzen. Für den Aufsteiger gilt es nächste Woche mit einem Heimsieg gegen Sickershausen den Klassenerhalt so gut wie perfekt zu machen.

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