Sieben Prozent der Stammspieler

Mit gemischten Gefühlen beendet die SG Markt Einersheim/Seinsheim/Nenzenheim ihre erste Vorbereitung als Spielgemeinschaft. Zwar fegte man am Sonntag mit 9:0 über die Reserve des SV Viktoria Weigenheim hinweg, musste aber am Mittwoch eine verdiente 1:3-Niederlage gegen den TSV 1890 Markt Nordheim hinnehmen.

What goes denn hier eigentlich? 9:0? Jap, lag aber auch an einem meist indisponierten Gegner, der einen regelrecht zum Tore schießen einlud. 90 Minuten wie ein Traumdate mit der Traumfrau beim Traumitaliener, da passte einfach alles. Es netzten Tobias Zehner (3), Marcel Leykauff (2), Sebastian Singer, Lukas Schenk, Matthias Volkamer und Domenic Spiller. Nicht verwunderlich, dass man sich nach so einem Spiel fühlt wie der muskulöse, ganzkörpertätowierte Harleyrocker mit dem langen Bart, der eben einen Smartspießer im feinen Seidenhemd und mit den Einmachgläsern auf der Nase zur Sau macht, weil der ihm vor der Nase den Parkplatz weggenommen hat.

Jubel, Trubel, Heiterkeit. Alles super. Yeah! Man wähnte sich im rosa Zuckerwatteland, wo Einhörner Glitzer pupsen. Und dann agierte man drei Tage später gegen die nächsten Mittelfranken derart grün hinter den Ohren, dass man in Fachkreisen nun nur noch „Shrek“ genannt wird (kann auch an den Gesichtern liegen…).

Bereits nach fünf Minuten verwandelte Max Geißendörfer einen zentralen Freistoß direkt. Nach einer halben Stunde erhöhte Johannes Freimann auf 0:2. Wir dagegen konnten unsere Standardstärke vor allem am Anstoßpunkt unter Beweis stellen. Der Anstoß ist ja – was viele nicht wissen – der Freistoß des kleinen Mannes. Wird häufig unterschätzt und taucht viel zu selten in den Statistiken auf. Gut, dass wir den direkt vor Saisonbeginn nochmals einstudieren konnten.

Nach 75 Minuten kombinierten sich die Nordheimer schön und erfolgreich in unseren Strafraum, Andreas Alt verwertete zum 0:3. Was für die Fans praktisch gewesen wäre: Wenn man direkt vom Sonntag in dieses Spiel hinein gefeiert hätte, hätte man die Schoppengläser nehmen können, um die eigenen Tränen aufzufangen. So war das Zuschauen wie eine Wurzelbehandlung. Nicht schön. Schmerzhaft. Aber muss ja.

Und bei der Hülle und Fülle an Spielern fangen wir gar nicht erst an die Ausfälle aufzuzählen. Mindestens sieben Prozent der Stammspieler haben passen müssen. Klingt erstmal wenig, ist es aber nicht. Wir haben uns das von einem Experten bestätigen lassen: https://youtu.be/fCS_JNQAs1U.
In Punktspielen gibt es auch keine Trostpunkte für das größere Invalidenlager.

Der TSV behielt über die komplette Spieldauer seine Ordnung, lief hoch an und verschob exzellent. Gerade deshalb sahen unsere Angriffsbemühungen meist aus wie eine launische Diva, die es dem Casting-Direktor nochmal so richtig zeigen will. Zeigt so richtig viel Haut. Also, würde sie gerne. Wenn sie ihren verdammten BH aufbekommen würde. Der klemmt einfach. Der Ehrentreffer durch Johannes Stadtelmeyer fällt nicht mehr ins Gewicht, war aber so als würde ein Dachdecker den ersten Ziegel des Jahres richtig herum halten. Im Dezember. Die Niederlage hätte durchaus höher ausfallen können. War aber als Lehrstunde hoffentlich deutlich genug.

Am Sonntag gilt es dann:
Sonntag, 11.08., 15:00: TSV Goßmannsdorf – MSN II
Sonntag, 11.08., 15:00: TSV Repperndorf – MSN

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